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Die neue Einheitsübersetzung

Viel Vertrautes - und viel Neues. Nach der evangelischen Lutherbibel ist nun auch die katholische Einheitsübersetzung in einer überarbeiteten Version erschienen.

Die Einheitsübersetzung ist die katholische Übersetzung für alle Bereiche kirchlichen Lebens im gesamten deutschsprachigen Raum. Nach zehnjähriger Arbeit stellte die Deutsche Bischofskonferenz die überarbeitete Einheitsübersetzung der Öffentlichkeit vor. „Viel Vertrautes bleibt, und einiges wird uns ungewohnt vorkommen – eine wunderbare Chance, dass wir wieder genauer hinhören und Gottes Wort neu an uns heranlassen“, so Bischof em. Dr. Joachim Wanke, der Vorsitzende des Leitungsgremiums. 

Einige Akzente

Ein Novum ist in der neuen Einheitsübersetzung die deutlichere Nähe zum biblischen Text. Dies wird z.B. bei biblischen Wendungen wie „siehe“, „es geschah“ „er erhob die Augen und sah“ sichtbar und hörbar, die in der Fassung von 1980 als nicht sinngebend gestrichen worden waren. Heute versteht man genau diese „Floskeln“ als Signale für Leser/innen und Hörer/innen, sich dem Wort der Schrift zu öffnen.

Ebenso ist der biblische Sprachgebrauch bei Metaphern und Vergleichen oft wörtlicher beibehalten: Die „Hand“ bleibt eine „Hand“ und wird bei metaphorischer Redeweise nicht mehr aufgelöst zu „Macht“, „Gewalt“ oder „Herrschaft“, und der „Bund“ wird „aufgerichtet“ und nicht mehr „geschlossen“.

Nach 20 Jahren wurde jetzt der Text auch an den aktuellen Sprachgebrauch angepasst, so dass z.B. das Modewort „betroffen sein", nun dem biblischen „Staunen“ oder „Erschrecken“ Raum gibt, „Leute“ wieder zum „Volk“ werden und Maria und Elisabeth „schwanger werden“ anstatt zu „empfangen“. Auch sprachliche Hinzufügungen wurden zurückgenommen, nun beginnt 1 Kor 15,36 knapp mit: „Du Tor! ..:“ und nicht mehr als ganzer (aber hinzugefügter Satz): „Was für eine törichte Frage!...“

Offensichtliche Fehler in der Übersetzung wurden ebenfalls korrigiert, so dass der Blindgeborene in Joh 9 nun nicht „wieder“ sieht, sondern eben erstmals „sehen kann“ und David rötlich und nicht etwa blond ist.

Inklusive Sprache

Eine Überraschung wird für viele die Einführung von inklusiver Sprache sein. Eine Gruppe aus Männern und Frauen wird z.B. in der Anrede an die Gemeinde in den Paulusbriefen „Brüder und Schwestern“ genannt. Die Bezeichnung „Kinder“ ersetzt „Söhne“. Diese Entscheidung bedeutet aber nicht, dass aus „Mann“ immer „Mensch“ wird und so lautet Ps 1,1 weiterhin: Selig, der Mann …“ („Selig“ allerdings ersetzt das sprachlich schwache „wohl“.)

Überarbeitet wurden auch die Einleitungen zu den biblischen Büchern, die Überschriften über Sinnzusammenhänge, der Anmerkungsapparat, sowie die Anhänge.

Eine Übersicht über die Änderungen gibt es hier als Download.


Dr. Katrin Brockmöller ist geschäftsführende Direktorin des Katholisches Bibelwerkes e.V. in Stuttgart. 


Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie in unserem Magazin die Bibel aktuell: Ukraine auf den Seiten 12 und 13. 

Die Bibel aktuell: Ukraine (eflip-Onlineversion)

Die Bibel aktuell: Ukraine (PDF-Download)


Ausgaben der revidierten Einheitsübersetzung erscheinen ab Dezember 2016 und sind in unserem Onlineshop erhältlich. 

Österreichische Bibelgesellschaft

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