Kommt man in ein Buchgeschäft und verlangt nach einer Bibel, so wird man wahrscheinlich erstaunt mit der Frage konfrontiert werden: „Welche Bibel?“ Ist es nicht so, dass die Bibel ein Buch ist, das man in eine bestimmte Sprache übersetzt und damit fertig? Ganz im Gegenteil! In der Bibliothek der Österreichischen Bibelgesellschaft, die Bibeln in mehr als 360 Sprachen enthält, konnten über 70 verschiedene deutschsprachige Übersetzungen ausfindig gemacht werden.
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Wie kommt es nun dazu, dass es so viele „Bibeln“ in einer Sprache gibt? Warum wird die Bibel immer wieder neu übersetzt und für wen?
Friedrich Schleiermacher unterschied ganz prinzipiell zwei Typen von Übersetzungen: Solche, die den Text zum Leser hin bewegen, und solche, die es nötig machen, dass der Leser sich zum Text hinbewegt. In anderen Worten: Man sollte sich, bevor man zu einer Bibel greift, darüber im Klaren sein, ob man den Bibeltext in einer leicht verständlichen, mitunter auch vereinfachten Form lesen möchte („Text bewegt sich zum Leser“), oder ob man Wert auf eine Übersetzung legt, die dem hebräischen und griechischen Original möglichst nahe kommt („Leser bewegt sich zum Text“). Innerhalb dieser Positionen gibt es ein weites Spektrum, das für jedermann - vom wissenschaftlich Interessierten über den traditionellen Bibelleser bis hin zu dem, der einmal vorsichtig hineinschnuppern möchte - die passende Übersetzung bereithält. Davon zu unterscheiden sind die konfessionellen Übersetzungen, die in ihrer Form von der jeweiligen Glaubensgrundhaltung geprägt sind.
Ein kurzer Überblick über die Geschichte der deutschsprachigen Übersetzungen: Die erste, in Teilen erhaltene Übersetzung in eine germanische Sprache stellt die gotische Bibel des Bischofs Wulfila dar (4. Jahrhundert). Um das Jahr 1000 wurde von Notker Labeo eine Übertragung der Psalmen ins Althochdeutsche verfasst. Aus dem Jahr 1466 stammt die erste vollständige deutsche Bibel in gedruckter Form von Johann Mentelin, die allerdings nicht den Originaltext, sondern die lateinische Vulgata als Vorlage benutzte. Aus dem 16. Jahrhundert, als sich im Zuge des Humanismus eine Rückbesinnung auf die hebräischen und griechischen Originaltexte durchsetzte, stammen die Übersetzungen von Erasmus von Rotterdam und Johannes Reuchlin.
1522 legte der Reformator Martin Luther die Übertragung des Neuen Testaments vor, 1534 folgte das Alte Testament. Neu an dieser Übersetzung war, dass Luther erstmals auch den Leser in den Übersetzungsprozess einbezog: Neben sprachlicher Genauigkeit sollte sein Text allgemein verständlich („den Menschen beim Reden aufs Maul schauen“ war sein Motto) und einprägsam sein (Verwendung von Stabreim u. ä.). Da durch den fast zeitgleich aufgekommenden Buchdruck – Johannes Gutenberg ließ 1452 in Mainz erstmals eine lateinische Bibel drucken – Bibelausgaben in größeren Mengen und zu niedrigeren Preisen hergestellt werden konnten, war diese Übersetzung als Text der evangelischen Kirche im deutschen Sprachraum weit verbreitet. Der Einfluss auf die Entstehung der deutschen Hochsprache, die sich auf dieses umfangreichste Werk der damaligen deutschsprachigen Literatur gründete, ist kaum zu überschätzen.
Die katholische Entsprechung zur Lutherbibel ist die Übersetzung von Johann Dietenberger ebenfalls aus dem Jahr 1534, die nach ihrer Überarbeitung im Jahr 1680 als Mainzer Bibel bekannt wurde. Die katholische Tradition legte ihren Übersetzungen jedoch bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil am Beginn der Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stets die lateinische Vulgata zugrunde. Erst mit der im Rahmen des Konzils beschlossenen Umstellung der Liturgie in die jeweiligen Muttersprachen anstelle der lateinischen Sprache wurde für diesen Zweck eine neue Bibelübersetzung auf Basis der hebräischen und griechischen Originaltexte angefertigt (Einheitsübersetzung).
Zu erwähnen ist außerdem die Übersetzung des Schweizer Reformators Huldrych Zwingli (Neues Testament 1524, Altes Testament 1531), die auf Basis der Urtexte immer wieder überarbeitet wurde.
Die folgende Auflistung der wichtigsten im Handel erhältlichen Bibelübersetzungen soll Ihnen die Suche nach „Ihrer“ Bibel erleichtern:
> Schwerpunkt: Gute Lesbarkeit
> Schwerpunkt: Zwischen Texttreue und guter Lesbarkeit ausbalancierend
> Schwerpunkt: Texttreue
> Schwerpunkt: Historische Bedeutung
> Schwerpunkt: Originaltext bleibt durch Übersetzung sichtbar
> Schwerpunkt: Subjektive Darstellung
> Schwerpunkt:Dialekt/Slang
> Schwerpunkt: Jüdische Übersetzungen
> Schwerpunkt: Tendenziöse Übersetzungen
Weiterführende Literatur:
Deutsche Bibelübersetzungen. Das gegenwärtige Angebot. Information und Bewertung von Hellmut Haug (Reihe: Wissenswertes zur Bibel), Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2002.
Folgende deutschsprachige Bibelübersetzungen sind in der Bibliothek der Österreichischen Bibelgesellschaft in verschiedenen Ausgaben vorhanden und können nach vorhergehender Vereinbarung eingesehen bzw. auch kopiert werden (an einem Entlehnsystem wird gearbeitet). Alle derzeit im Handel erhältlichen Bibelübersetzungen können Sie in den verschiedensten Ausgaben im Bibelshop im Bibelzentrum erwerben.
Basis b
(das Markus- und das Matthäusevangelium sind 2006 erschienen; die restlichen acht Bände des Neuen Testaments sollen halbjährlich folgen)
Die Jugendbibel BasisB wird von der Deutschen Bibelgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. sowie dem Bibellesebund Deutschland herausgegeben. Diese Übersetzung ist gezielt für Jugendliche gemacht, die Sprache ist einfach, verständlich und modern. Neben der Ausgabe der Übersetzung als Buch und CDROM mit zahlreichen Erklärungen gibt es die Möglichkeit ein Internetportal mit Diskussionsforen, Frageecke, usw. zu besuchen (www.basisb.de).
Gute Nachricht
(überarbeitete Ausgabe 1997/2000 in neuer Rechtschreibung, zahlreiche Einbandvarianten, mit und ohne Spätschriften)
Diese einzige vollständige interkonfessionelle Bibelübersetzung ist von ihrem Wortschatz her einfach und modern; unübersichtliche und komplizierte Sätze werden vermieden. Die Übersetzung versucht, mehr den Sinn als den exakten Wortlaut wiederzugeben, wobei zusätzlich wichtige Begriffe im Text sichtbar gemacht werden. Als Besonderheit sind die weiblichen Formen speziell berücksichtigt.
Aufgrund ihres flüssigen Übersetzungsstils eignet sich diese Übersetzung vor allem zum Lesen größerer Abschnitte, weniger für das Herauslösen von Einzelsätzen. Zahlreiche Anmerkung zum Textverständnis (Fußnoten) sowie Sacherklärungen und Verweisstellen sind vorhanden.
Hoffnung für alle
(Altes Testament ohne Spätschriften und Neues Testament, 1991)
Der Sprachstil dieser Übersetzung ist einfach und eingängig, bei Bedarf ausdeutend bzw. verknappend (wörtliche Übersetzung in den Fußnoten). Ziel der in evangelistischen Kreisen sehr beliebten Übersetzung ist die unmittelbare Verständlichkeit und Anwendbarkeit ohne weitere Zusatzinformation. Sacherklärungen finden sich im Anhang.
Neue Genfer Übersetzung
(Evangelien, einzelne Briefe, Offenbarung; 2000)
Ein gut verständlicher Übersetzungstext in traditioneller Sprache, der bei Vereinfachungen wörtliche Übersetzung und alternative Lesarten in Fußnoten angeführt und so auch die Möglichkeit zur Vertiefung bietet.
Neues leben
(Altes Testament ohne Spätschriften, 2005, und Neues Testament, 2002)
Abzuraten ist von der Neues-Leben-Bibel, die im Hänssler-Verlag erschienen ist. Es handelt sich um die deutsche Ausgabe der „New Living Bible“. Trotz einiger Anmerkungen, die auf den Urtext verweisen, kann diese Bibelausgabe nicht verleugnen, dass sie aus dem Englischen übersetzt wurde. Theologische und sprachliche Unschärfen können ihre Beliebtheit in manchen Gemeinden jedoch nicht mindern.
Schwerpunkt:
Zwischen Texttreue und guter Lesbarkeit ausbalancierend
Einheitsübersetzung
(offizieller Bibeltext der Katholischen Kirche, Psalmen sowie Neues Testament ökumenisch, 1980)
Eine Übersetzung in gehobener Gegenwartsprache, die bewusst Altertümlichkeiten vermeidet und versucht, ein Gleichgewicht zwischen Worttreue und Verständlichkeit beizubehalten. Trotz dieses Grundsatzes sind Unterschiede in den einzelnen Büchern je nach Übersetzer festzustellen. Auch in dieser Ausgabe sind Zitate und Anspielungen gekennzeichnet; Fußnoten geben Informationen zur Textüberlieferung und zum Textverständnis.
Der Text der Einheitsübersetzung ist außerdem in der Neuen Jerusalemer Bibel zusammen mit dem Kommentar der „Bible de Jérusalem“ (1985) enthalten.
Übersetzung von Hamp/Stenzel/Kürzinger
(Erstausgabe AT 1955, NT 1956, neu überarbeitet AT 1962, NT 1979)
Eine solide, gut lesbare Übersetzung in gehobener moderner Sprache mit katholischem Hintergrund.
Mülheimer Übersetzung
(Neues Testament, Erstübersetzung 1914, 1988 neu durchgesehen)
Eine solide Übersetzung mit erbaulich-konservativer Auslegung in einfacher und klarer Sprache. Die ausführliche historische und bibeltheologische Kommentierung in den Fußnoten geht z. T. auch auf aktuelle Probleme ein.
Elberfelder Übersetzung
(Erstausgabe NT 1855, AT ohne Spätschriften 1871, neu bearbeitete Ausgabe 2006)
Eine zuverlässige Übersetzung, die durch angestrebte Wörtlichkeit gelegentlich umständlich und holprig klingt. Die Ausgabe beinhaltet außerdem zahlreiche Fußnoten zur Textüberlieferung und zu alternativen Übersetzungsmöglichkeiten sowie ausführliche Verweisstellen.
Übersetzung von Schlachter
(Erstausgabe 1905, revidierte Fassung NT 2001, AT 2002)
Eine sprachlich genaue Wiedergabe der Originaltexte in kraftvoller traditioneller Bibelsprache. Angaben zur Übersetzung und weiterführende Erklärungen finden sich im Anhang.
Übersetzung von Menge
(Erstausgabe 1923, aktuelle Ausgabe 1994)
Eine gut verständliche philologische Übersetzung mit zahlreiche Erklärungen in Klammern und Fußnoten. Als Besonderheit besitzt diese Übersetzung ein mehrstufiges Überschriftensystem mit dem Charakter einer Inhaltsangabe.
Die Ausgabe eignet sich vor allem für Leser mit hohen Ansprüchen, die sich von der Fülle von Erklärungen nicht abschrecken lassen.
Schwerpunkt:
Historische Bedeutung
Luther 1912
Der originale Wortlaut Luthers ist in dieser Ausgabe weitgehend erhalten geblieben, Unverständliches wurde ersetzt und Fehler wurden korrigiert. Dieser zwar einprägsame, sonst jedoch eher schwer verständliche Bibeltext ist vor allem für Menschen von Bedeutung, die mit dieser Übersetzung aufgewachsen und vertraut sind.
Als Sonderausgabe ist die Jubiläumsbibel in Frakturschrift mit erklärenden Anmerkungen erhältlich.
Luther 1984
(offizieller Text der evangelischen Kirche in Deutschland, 1999 in neuer Rechtschreibung)
Die Revision versuchte, diese klassische deutsche Bibelübersetzung an die gegenwärtigen Sprachgegebenheiten anzupassen und so im Sinne Luthers den Ansprüchen einer philologischen Übersetzung sowie der Verständlichkeit und Einprägsamkeit gerecht zu werden. Die kräftige Luthersprache wie auch die Betonung der reformatorischen Grundwörter (Glaube, Gnade, Trost) wurden beibehalten. Die Kerntexte sind hervorgehoben; in den Fußnoten finden sich Angaben zur Textüberlieferung sowie der originale Lutherwortlaut.
Der ideale Text für moderne Luther-Liebhaber mit literarischem Anspruch.
Ausgaben mit neuen Einleitungen und Erklärungen:
Lutherbibel erklärt (1974)
Die Bibel mit Erklärungen (1977/1989)
Stuttgarter Erklärungsbibel (1992, überarbeitete Ausgabe 2005)
Zürcher Übersetzung
(Erstausgabe 1531, Neuübersetzung 1907-1931; kirchenamtlicher Text im Kanton Zürich)
Während im Alten Testament die genaue und differenzierte Wortwiedergabe mit Gespür gehandhabt wird (abgesehen von einigen willkürlichen Abweichungen vom hebräischen Text), wirkt das Neue Testament gelegentlich umständlich und schulmeisterlich. Fußnoten bieten Information zur Textüberlieferung und zum Textverständnis; Sachinformation für AT (knapp) und NT findet sich im Anhang.
Neue Zürcher Übersetzung
(Evangelien, Psalmen 1996, Hiob, Kohelet, Hohelied 1998, ganze Bibel 2007)
Die Sprache der Überarbeitung ist immer noch traditionell, jedoch sprachlich einheitlicher und stilistisch geglättet, wobei das hohe Sprachniveau bewusst beibehalten wird. Gegenüber der älteren Ausgabe wurden die Abweichungen vom hebräischen Text beseitigt.
Übersetzung von Albrecht
(Neues Testament, Erstausgabe 1920, Psalmen 1927, aktuelle Ausgabe 1999)
Der Bibeltext wird in dieser Ausgabe zuverlässig und mit viel Gespür wiedergegeben und lässt sich trotz großer Genauigkeit flüssig lesen. Zahlreiche Erklärungen und Verweisstellen finden sich in den Fußnoten.
Übersetzung von Bruns
(Erstausgabe 1953, revidierte Ausgabe 1993)
Eine wörtliche Übersetzung in manchmal durchbrochener traditioneller Bibelsprache, die durch in Klammern beigefügte Erklärungen leicht verständlich ist. Die Anmerkungen zu den einzelnen Abschnitten sind jedoch mehr erbaulich als informativ, mitunter auch fehlerhaft.
Schwerpunkt:
Originaltext bleibt durch Übersetzung sichtbar
Interlinearversion Altes Testament
(Bände 1-4 = Genesis bis Hiob 1993-1999, Band 5 = Sprüche bis Chronik 2003)
In dieser Ausgabe findet sich der Text der Biblia Hebraica Stuttgartensia (2. Auflage, 1984) abgedruckt und transkribiert, die deutsche Übersetzung steht unter dem entsprechenden hebräischen Wort (von rechts nach links zu lesen).
Die Interlinearversion bietet sich als erster Zugang zum Originaltext für Bibelleser mit geringen Hebräischkenntnissen an.
Interlinearversion Neues Testament
(1986, 5. Auflage 1994)
Unter dem abgedruckten griechischen Text (Nestle-Aland, 26. Auflage) steht der deutsche Text mit einigen grammatikalischen Anpassungen.
Diese Interlinearversion stellt einen ersten Zugang zum Originaltext für Bibelleser mit Grundkenntnissen der Altgriechischen Sprache dar.
Konkordante Übersetzung
(AT: 1. u. 2. Mose, Psalmen, Jesaja, Daniel; NT 6. Auflage 1996)
In dieser philologischen Übersetzung werden die wichtigen Worte konkordant übersetzt, d. h. dass ein Wort der Originalsprache immer mit der gleichen Übersetzung wiedergegeben wird (Stichwortkonkordanz im Anhang). Darüber hinaus werden sprachliche Nuancen, stilistische Besonderheiten u. ä. durch Sonderzeichen gekennzeichnet, wodurch der Originaltext sehr genau rekonstruierbar ist. Trotz der hohen sprachlichen Ansprüche lässt sich diese Übersetzung recht flüssig lesen.
Münchener Übersetzung
(Neues Testament 1988)
Diese Übersetzung versucht, so griechisch wie möglich zu sein, wobei sie wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der deutschen Sprache nimmt. Weiters enthält sie keine Überschriften und auch sonst nichts, was nicht auch im griechischen Text vorhanden ist.
Übersetzung von Stier
(Neues Testament 1989)
Die Übersetzung ist wörtlich und streng begriffskonkordant; der Sprachduktus des Originals wird weitgehend nachgeahmt, wobei die Textgenauigkeit z. T. auf die Spitze getrieben wird. Trotz dieser übersetzungstechnisch bedingten Widrigkeiten handelt es sich hier um eine beachtliche Übertragung des Bibeltextes.
Schwerpunkt:
Subjektive Darstellung
BERGER / NORD
(Neues Testament und etliche apokryphe Schriften, 1999)
Die Übertragung „Neues Testament und frühchristliche Schriften“ des Heidelberger Neutestamentlers Klaus Berger und seiner Frau, der Literaturwissenschaftlerin Christiane Nord, ist nicht unumstrittenen. Berger ordnet die Schriften des Neuen Testaments - und frühchristliche Schriften wie die Apostolischen Väter – in der nach seiner Sicht korrekten Reihenfolge ein. Älteste Schrift ist nach Berger der zweite Johannesbrief aus dem Jahre 50, ältestes Evangelium das Johannesevangelium (vor 70!). Die Datierungen sind mit Vorsicht zu genießen, haben aber diese Debatte neu belebt. Sprachlich sind einige Stellen überaus gelungen. Außerdem sind in diesem Band frühchristliche Schriften (auch einzelne apokryphe Evangelien) leicht zugänglich gemacht, die ein Licht auf die ersten beiden christlichen Jahrhunderte werfen.
BIBEL IN GERECHTER SPRACHE
(2005; dritte Auflage 2006)
Namhafte Theologinnen und Theologen haben diese Bibel nach Vorbild der Bibeltexte, die auf den Deutschen Evangelischen Kirchentagen Verwendung finden, übersetzt. Diese Bibelübersetzung soll nicht nur dem Urtext gerecht werden, sondern vor allem geschlechtergerecht übersetzen und gegenüber dem Judentum gerecht sein. Auch die soziale Gerechtigkeit ist ein Anliegen dieser heftig umstrittenen Übersetzung. Besonderheiten der Bibel wie die Anordnung des Alten Testaments in der Reihenfolge der hebräischen Bibel oder die schillernde Wiedergabe des Gottesnamens sowie die umfangreichen Register machen diese Übersetzung zu einer Bibel für bereits mit dem Text Vertraute. In Bibelrunden und Frauengruppen findet sie vor allem Anklang. Die Geschlechtergerechtigkeit wird allerdings stellenweise bis ins Unhistorische durchgeführt und die Gerechtigkeit gegenüber dem Judentum verdunkelt die Messianität Jesu.
Übersetzung von Jens
(Römerbrief und die Offenbarung des Johannes 2000; Matthäus, Markus, Lukas und Johannes 2002)
In dieser Übersetzung wird eine bewusst nicht-kirchliche Sprache verwendet, die mitunter sehr rhetorisch und dramatisierend wirkt; Versziffern fehlen.
Hierbei handelt es sich um einen Versuch, den biblischen Text auch für der Kirche distanziert gegenüberstehende Menschen neu hörbar zu machen.
Übersetzung von Zink
(Vorstufen NT 1965, AT-Auswahl1966; komplette Neuübersetzung 1998, zahlreiche Separatausgaben)
Zinks Übersetzung war ursprünglich sehr wortreich, frei, und enthielt zahlreiche in den Text eingefügte Erläuterungen. Die Neubearbeitung erscheint demgegenüber gestrafft, sprachlich eindringlicher, jedoch immer noch persönlich eingefärbt. Den Text begleitet ein fortlaufender Bilderkommentar.
Der Text eignet sich vor allem zur Meditation und Vertiefung in einzelne Stellen.
Übersetzung von Drewermann
(Matthäus, Markus, Johannes 1992-1997)
Die Übersetzung strebt strenge Wörtlichkeit an und Versucht auch durch weitere Mittel, den Originaltext nachzubilden (Nachahmung von Formen, Dramatisierungen u. ä.), was jedoch nicht immer ganz gelingt.
Interessant ist diese Übersetzung vor allem durch die Person des Übersetzers.
Schwerpunkt:
Übertragungen in Mundart / Slang
Hier handelt es sich nicht um Bibelübersetzungen im eigentlichen Sinn, sondern um mehr oder weniger freie Übertragungen in verschiedene Mundarten und Slangs.
da jesus & seine hawara
Geschichten aus den Evangelien im Wiener Dialekt, übertragen von Wolfgang Teuschl. Auch als Hörbuch, gelesen von Willi Resetarits.
„es wead ana kemmen“
Das Markusevangelium in oberkärntner Mundart, übertragen von Michael Bünker und Sepp Lagger. Teile des Buches sind auch als Hörbuch erhältlich.
Gschichtn vom jesus
Zentrale Texte der Evangelien im Tiroler Dialekt, übertragen von Antje Plaikner und Gilbert Rosenkranz.
Liacht is wurdn
Gereimte Bibelgeschichten in Kärntner Mundart, übertragen von Hans M. Tuschar.
volxbibel
(Neues Testament 2005)
Ursprünglich kam diese Übersetzung aus dem evangelikalen Raum („Jesus Freaks“), der sich aber hinter dem „Volxbibel-Verlag“ etwas versteckt. Die Volxbibel versteht sich als Sprachexperiment; die Bibel wird in modernen Slang übersetzt. Es handelt sich dabei um einen Slang, wie er im Ruhrgebiet gesprochen wird.
Schwerpunkt:
Jüdische Übersetzungen
Übersetzung von Zunz
(AT-Erstausgabe 1837, aktuelle Ausgabe 1997)
Eine Übersetzung des jüdischen Kanons in eindrucksvoller prägnanter Sprache, die trotz ihres Alters nicht altertümelnd wirkt.
Übersetzung von Buber
(Erstausgabe der Einzelbände zwischen 1925 und 1929, aktuelle Ausgabe 1997)
Eine Übersetzung in „hebräischem Deutsch“: strenge Wörtlichkeit und Konkordanz, verwandte hebräische Worte werden mit verwandten deutschen Worten wiedergegeben, wofür immer wieder Neubildungen notwendig sind. Die Lebendigkeit des Textes wird durch die Gliederung in Atemeinheiten zum Ausdruck gebracht. Auf Versziffern wurde verzichtet.
Übersetzung von Tur-Sinai
(AT-Erstausgabe 1935-1939, Neubearbeitung mit gegenübergestelltem hebräischen Text 1954-1959)
Diese Übersetzung des jüdischen Kanons versucht, durch Wörtlichkeit und Nachbildung der Originalsyntax „Klang und Rhythmus, Stil und seelische Haltung“ der einzelnen Abschnitte zum Ausdruck zu bringen. Die z. T. eigenwillige Deutungen werden im Nachwort erörtert.
Schwerpunkt:
Tendenziöse Übersetzung
Neue Welt Übersetzung
(Erstausgabe englisch 1950-1960, deutsch 1971)
Eine tendenziöse Übersetzung der Zeugen Jehovas, die durch die teilweise sinnwidrige Übergenauigkeit in der grammatikalischen Wiedergabe sowie den Hang zur Wörtlichkeit ein unschönes Übersetzungsdeutsch benutzt.
Übersetzung von Bock
(Neues Testament, Erstdruck zwischen 1930 und 1948; aktuelle Ausgabe 1998)
Eine in sich stimmige Übersetzung, die das Neue Testament vor dem Hintergrund des anthroposophischen Weltbildes sieht. Die in der Übertragung verwendete Sondersprache wurde bewusst gewählt.
Übersetzer (alphabetisch)
Albrecht, Ludwig
Allioli, Joseph Franz von
Arndt, Augustin
Bengel, Johann Albrecht
Berg/Nord
Böhmer, Rudolf
Bruns, Hans
Daechsel, Theobald
Elme,
Eß, Leander van
Grundl, Beda
Henne, Eugen
Übersetzung aus Herders Bibelkommentar
Jens, Walter
Jonat, Friedrich Karl
Karrer, Otto
Ketter, Peter
Kistemaker, J. H.
Küppers,
Loch, Valentin/Reischel, Wilhelm
Luther, Martin
Menge, Hermann
Michaelis, Wilhelm
Reinhardt, L.
Perk, Johann
Pfäfflin, Friedrich
Rießler, Paul/Storr, Rupert
Riethmüller, Helmut
Rösch, Konstantin
Schäfer, Jakob /Parsch, Pius
Schlachter, Franz Eugen
Schlatter, Adolf
Schlögl, Nivard
Schmidt, Paul Wilhelm/Holtzendorff, Franz von
Schweitzer, Vinzenz
Sigge, Franz
Stage, Curt
Stern, David H.
Stier, Fridolin
Thieme, Karl
Tillmann, Fritz
Tur-Sinai, Naftali Herz
Viebahn, Chr. von
Weiß, Bernhard
Weiß, Johannes
Weizsäcker, Carl
Wette, M. W. L
Wiese, Heinrich
Wilckens, Ulrich
Wittmann, Georg Michael
Zink, Jörg
Zwettler, Alexander
Standardübersetzungen
Basis b
Bibel in Gerechter Sprache
Einheitsübersetzung
Elberfelder Übersetzung
Gute Nachricht
Hoffnung für alle
Jerusalemer Bibel
Konkordante Übersetzung
Mülheimer Übersetzung
Münchener Übersetzung
Neue Genfer Übersetzung
Neues Leben
Pattloch (Hamp, Vinzenz/Stenzel, Meinrad/Kürzinger, Josef)
Züricher Übersetzung
Jüdische Übersetzungen
Buber, Martin/Rosenzweig, Franz
Kaempf Salomon, Gotthold
Philippson/Landau/ Zunz, Leopold
Tendenziöse Übersetzungen
Neue Welt Übersetzung (Zeugen Jehovas)
Simon, Ernst (Adventist)
Bock, Emil