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Mit der Bibel durch entlegene Dörfer

Eindrücke von einer Reise mit einem klapprigen Bibel-Transporter durch Sibirien.

Tobias Keil hat im Spätsommer 2019 Sibirien besucht. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Russischen Bibelgesellschaft reiste er 1200 Kilometer durch das Land, um Bibeln zu verteilen und mit Christen in sozialen Projekten zu sprechen.

 

Die Bibelgesellschaft vor Ort in Sibirien

In Sibirien stößt man nur alle 50 Kilometer auf ein Dorf, denn es umfasst ein riesiges Gebiet: Im Westen wird Sibirien vom Ural-Gebirge begrenzt und im Osten vom Baikal-See – dazwischen liegen 3.000 Kilometer! Ziemlich genau in der geographischen Mitte liegt das Bibelhaus in Nowosibirsk, der drittgrößten Stadt Russlands. Hier arbeitet Alexej Bulatov. Er ist dafür verantwortlich, dass Gemeinden in ganz Sibirien russische Bibeln kaufen können. Und er selbst bringt die Bibeln überall hin. Dafür ist er oft tagelang unterwegs. Dieses Mal darf ich ihn auf seiner Bibel-Reise begleiten.

 

Mit dem klapprigen Transporter Bibeln verteilen

Alexej und ich treffen uns in Abakan, der Hauptstadt der Teilrepublik Chakassien. Von dort werden wir 1.200 Kilometer nach Nowosibirsk fahren. Alexejs alter, klappriger Transporter ist mit Bibeln vollgepackt, die wir unterwegs verteilen werden. Alexej verkauft die Bibeln nicht nur, er verschenkt sie auch. Wenn sich Mitarbeitende in Gemeinden sozial engagieren und dafür Bibeln benötigen, erhalten sie kostenlose Exemplare zum Weiterverschenken, denn diese könnten sie sich sonst nicht leisten. Finanziert werden diese Bibelausgaben mithilfe von Spenderinnen und Spendern aus dem Ausland.

 

Alkohol und Drogen sind großes Problem in Sibirien

In der Nähe von Abakan besuchen wir ein Haus, in dem drogenabhängige Menschen nach ihrer Entziehungskur betreut werden. Alkohol und andere Drogen sind in Sibirien ein großes Problem. Pastor Gennadi leitet die Einrichtung und hilft den Gästen – wie sie hier genannt werden – ihren Weg ins Leben zurückzufinden. „Der christliche Glaube und Gottes Wort sind entscheidend, dass sie ihr Leben neu ausrichten und Vergangenes komplett hinter sich lassen können“, sagt Gennadi. „Es ist ein langer, mitunter mühevoller Weg.“

 

Christen in Sibirien

Dimas Leben wurde durch die Begegnung mit der Botschaft der Bibel entscheidend verändert.

Das Leben neu ausrichten

Hier lernen wir auch Dima kennen, einen der Gäste. Sein genaues Alter kennt er nicht. Er erzählt uns, dass er schon im Alter von sieben Jahren begonnen hat, Alkohol zu trinken. Mit 17 Jahren kam er das erste Mal ins Gefängnis – für drei Jahre. Ein weiteres Mal musste er für zehn Jahre hinter Gitter. 2009 machte er dann einen Alkoholentzug.


„Am Anfang änderte ich nur meinen Wohnort, nicht aber meine Lebenseinstellung. Ich wurde rückfällig. Immer wieder“, erzählt Dima und schaut zu Boden. Erst nach seiner letzten Entziehungskur lernte er Gennadi kennen. Die beiden sprachen viel miteinander. Sie fingen an, gemeinsam zu beten. Bald danach schenkte Gennadi Dima eine Bibel, in der sie miteinander die Geschichten von Jesus lasen. Das habe sein Leben auf den Kopf gestellt, sagt Dima. Er sehe seitdem alles in einem ganz anderen Licht – dem Licht des Evangeliums: „Gottes Wort ist ein Geschenk mit gehaltvoller Botschaft, vielleicht das größte Geschenk meines Lebens.“ 
 

Hilfe für Menschen in Not


Auf der langen Reise von Abakan nach Nowosibirsk lerne ich viele Christen kennen, die sich wie Gennadi sozial engagieren. Damit Kinder nicht einen ähnlichen Lebensweg einschlagen wie Dima, gestalten sie in abgelegenen Dörfern Kinder- und Jugendstunden mit biblischen Geschichten. Bei solchen Gelegenheiten verteilen wir zahlreiche Kinderbibeln. Wir überreichen Bibeln an Freiwillige aus Gemeinden, die sich um heimatlose Menschen kümmern und eine Obdachlosenunterkunft betreiben.

Eine andere Gemeinde erhält Bibeln für die Bewohner ihres Altersheims. Und nicht zuletzt begleiten wir einen Pastor in ein Kinderkrebszentrum. Er bietet Gespräche für Patienten und Angehörige an und verteilt Getränke und Obst. Mit manchen Kindern betet er. Wenn sie möchten, lässt er den kleinen Patientinnen und Patienten auch ein Geschenk da: eine farbenfrohe Kinderbibel der Russischen Bibelgesellschaft, aus den Händen von Alexej. Die Geschichten von Jesus schenken den Kindern Trost und geben ihnen neuen Mut für die Zukunft.

Meine Reise durch Sibirien hat mir gezeigt, was für ein großes Geschenk Gottes Wort für Menschen in Not sein kann – und wie dankbar die Menschen in Sibirien dafür sind.


Zum Autor

Tobias Keil ist bei der Deutschen Bibelgesellschaft als Referent für die internationalen Projekte im Rahmen der Weltbibelhilfe zuständig.


 

Spenden Sie Bibeln für Sibirien!

Bitte unterstützen Sie die wertvolle Arbeit von Alexej Bulatov, der in ganz Sibirien unterwegs ist, um Menschen die Bibel zu bringen.

Schenken Sie Menschen in schwierigen Situationen Ermutigung und Hoffnung mit einer eigenen Bibel in ihrer Sprache! 

Mit 28€ finanzieren Sie zum Beispiel 10 Büchlein mit biblischen Geschichten für Waisenhäuser.

 

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Österreichische Bibelgesellschaft

Bibelzentrum beim Museumsquartier,

Breite Gasse 4-8/1, 1070 Wien,

Tel: 01/ 523 82 40, Fax: DW 20

Öffnungszeiten des Bibelzentrums: Montag-Freitag 9.30 - 16.00 Uhr
(Gruppen jederzeit
nach Vereinbarung)
Wegen Renovierungsarbeiten von Montag, 3. August, bis Freitag, 14. August, geschlossen.

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