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Ein ehemaliger Gefangener erzählt

Mit 23 Jahren merkt Catalin Iulian Serban im Gefängnis: Ich will mehr vom Leben!

Über ein Jahr hat die Rumänische Bibelgesellschaft 60 Gefangene begleitet und soziale Einsätze, Drogenprävention in Schulen sowie Freizeitaktivitäten mit ihnen geplant. Einer von ihnen ist Catalin Iulian Serban. Er war einenhalb Jahrzehnte lang inhaftiert: in Spanien und in Rumänien sowohl im Hochsicherheitsgefängnis wie im offenen Strafvollzug.

Wie hat er die Zeit erlebt? Was hat ihm geholfen, nach vorne zu schauen? Gibt es etwas, das er bereut? Wir haben nachgefragt.

 

Catalin erzählt:

Ich lebte in Spanien und war Teil einer Gang, die aus vier Rumänen bestand. Ich war jung und leicht zu beeinflussen. Wir nahmen Geiseln und forderten dann Lösegeld. Als ich 23 war wurde ich zu 15,5 Jahren Haft verurteilt.

Die Gefängnis-Erfahrung hat mich stärker gemacht und ich habe mich intensiv mit mir selber auseinandergesetzt – etwas, das ich draußen kaum getan habe. Ich hatte die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen und wertzuschätzen, was ich habe. Dadurch wurde ich reifer und wollte mehr vom Leben. 

 

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Catalin Iulian Serban berichtet Schülern von seinen Erfahrungen im Rahmen der Anti-Drogen Kampagne.

"Die Bibelgesellschaft hat mir geholfen, nach vorne zu schauen“

Es war eine große Freude für mich, Emilia, die Direktorin der Rumänischen Bibelgesellschaft, durch das Projekt „Freiheit hinter den Mauern“ kennenzulernen. Sie hat mir geholfen, nach vorne zu schauen. Durch das Programm fühlte ich mich entspannt und friedvoll. Wir durften auch hinaus und hatten die Möglichkeit, kulturellen und anderen Freizeitaktivitäten nachzugehen. 

Ein weiterer sehr wichtiger Teil des Projektes ist die Anti-Drogen Kampagne. Ich fühlte mich nützlich, weil ich in drei Schulen in Bukarest mit jungen Menschen sprechen konnte, ihnen von meinen eigenen Erfahrungen erzählt habe und sie über die Risiken informiert habe.

 

"Ich habe gelernt, 'das Böse mit Gutem zu überwinden'"

Im Gefängnis versuchte ich mich vom üblichen Gefängnisumgang fernzuhalten. Meine Kollegen respektierten mich, da ich den anderen mit Anstand und Respekt begegnete. Das Projekt der Bibelgesellschaft hat mir beigebracht, mich nicht leicht in Versuchung führen zu lassen und nicht rachsüchtig zu sein, sondern das „Böse mit Gutem“ zu überwinden, wie es in der Bibel steht. (Römer 12,21)

Andere zu respektieren bedeutet, sie so zu behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden würde. Das steht auch in der Bibel: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matthäus 7,12)

 

Neuanfang in England

Nachdem ich das Gefängnis im August 2017 verlassen habe, habe ich in England einen Job gefunden. Rumänische Freunde, die dort arbeiten, haben mir diesen vermittelt. Außerdem habe ich vor im Sommer auf eine höhere Schule zu gehen. 

Das Wichtigste im Leben ist zu erkennen, dass man für seine eigenen Fehler Verantwortung übernehmen muss, um Vergebung zu erhalten. Und dankbar zu sein, wenn einem eine neue Chance gegeben wird. Ich bereue es, dass ich durch die Zeit im Gefängnis nicht bei meiner Familie sein konnte. Meine Mutter und meine Schwester haben mich immer sehr unterstützt. 

Ich will das, was ich während meiner Gefängniszeit verloren habe, wieder zurückgewinnen, meiner Familie nahe sein und ein anständiges Leben führen.


 

Wegen mangelnder Finanzierung musste das Projekt "Freiheit hinter den Mauern" vorläufig eingestellt werden. „Wir beten und hoffen, dass es weitergehen kann – denn die Gefangenen brauchen diese ganzheitliche Art der Unterstützung dringend, um ihren Platz in der Gesellschaft wiederzufinden“, so Emilia Lorgandopol, die Direktorin der Rumänischen Bibelgesellschaft.

Österreichische Bibelgesellschaft

Bibelzentrum beim Museumsquartier,

Breite Gasse 4-8/1, 1070 Wien,

Tel: 01/ 523 82 40, Fax: DW 20

Öffnungszeiten des Bibelzentrums: Montag-Freitag 9.30 - 16.00, Donnerstags bis 20.00 Uhr,
(Gruppen jederzeit
nach Vereinbarung)

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