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Nigeria: "Ohne Sprache keine Identität"

Erstmals haben die Völker Okrika und Kalabari in Nigeria die ganze Bibel in ihren eigenen Sprachen erhalten.

«Wenn es möglich wäre, in mein Herz zu blicken, würden Sie sehen, wie glücklich ich bin, dass wir endlich unsere eigene Bibel haben», sagte König Acheseimimie Frank, einer der traditionellen Herrscher des Okrika-Volkes im Bundesstaat Rivers im Süden Nigerias. Die Bibel soll zur Rettung der Sprache beitragen, denn: «Ohne Sprache haben wir keine Identität.» 

Er ist einer von vier Königen der Okrika-Gemeinschaft, die an der feierlichen Präsentation der Bibel teilnahmen. Anwesend waren ebenfalls Repräsentanten der verschiedenen Kirchen und Gemeindemitglieder.

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Die Peterskirche in Okrika bot zu wenig Sitzplätze für all die Menschen, die an dieser Feier dabei sein wollten, sodass sich viele von ihnen mit Stehplätzen außerhalb der Kirche begnügen mussten.

Etwa 248‘000 Menschen sprechen die Sprache Okrika, die auch als Kirike bekannt ist. Die Arbeit an der Bibelübersetzung in Okrika begann 1971, war zunächst aber von Problemen und Verzögerungen geprägt. Das Neue Testament erschien 2005. Nur acht der insgesamt 36 Bibelübersetzer erlebten die Veröffentlichung der vollständigen Bibel.

Fast alle der 5‘200 Exemplare der Okrika-Bibel waren innerhalb eines Monats verkauft. Es ist notwendig, dass die Bibelgesellschaft bald mehr Ausgaben produzieren lässt.

  

Das Volk der Kalabari feiert seine erste Bibel

Hunderte der Kalabari-Sprecherinnen und -Sprecher tanzten und sangen vor Freude: Denn die erste Bibel – genannt «Fia a Baibulu» – in ihrer eigenen Sprache wurde im ökumenischem Zentrum in Port Harcourt, der Hauptstadt von Rivers, feierlich präsentiert. 

Der Anführer des Kalabari-Volkes, König T. J. Princewill, sitzt mittlerweile aufgrund gesundheitlicher Probleme im Rollstuhl. Trotzdem nahm er an der Präsentation der Bibel teil, gemeinsam mit seiner Frau und führenden Politikerinnen und Politikern. Er spendete für jede Kalabari-Kirche eine Ausgabe der neuen Bibel. Sie wird dem Volk der Kalabari helfen, Gott näher zu kommen und unterstützt den Erhalt und die Wiederbelebung der Sprache.

„Heute bin ich der glücklichste Mensch! Doch nicht nur ich, sondern alle Kalabari-Sprecher sind glücklich, eine Bibel in ihrer Muttersprache zu haben. Für mich wird es nun viel einfacher, das Wort Gottes zu lehren und zu predigen.“

Pfarrer D. B. Kaladokubo, Erzbischof der Afrikanischen Kirche in Rivers, Bibelübersetzer

  

 

Kalabari wird von etwa 258‘000 Menschen gesprochen. Die Übersetzungsarbeit begann 1965, das Neue Testament sowie die Psalmen wurden 2003 fertiggestellt. Innerhalb eines Monats nach dem Erscheinen der vollständigen Bibel waren bereits 3‘800 der 5‘200 Exemplare verbreitet.

  

 

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Text und Fotos: Benjamin Mordi, stellvertretender Manager Medien und Programme der Bibelgesellschaft in Nigeria. 

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