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Unser Vorstand

Im Vorstand der Österreichischen Bibelgesellschaft arbeiten mit der Direktorin Dr. Jutta Henner: Harald Schwartz (Ev.-Methodist. Kirche), Brigitte Kohlweg (Altkath. Kirche). Dkfm. Werner Strnadt (Finanzreferent seit 1995, Ev. Kirche A.B.), Superintendent Dr. Gerold Lehner (Ev. Kirche A.B.), Pfarrer Dr. Ioan Moga (Rumän.-Orth. Kirche) und Pastor Dietrich Fischer-Dörl MSc (Baptisten) mit. Seit 28.4.2016 ist Superintendent Lehner Präsident der Österreichischen Bibelgesellschaft.


Was bedeutet Ihnen die Bibel? Und warum engagieren Sie sich in der Bibelgesellschaft? Die Mitglieder des Vorstandes geben ihre persönlichen Antworten:

Supt. Dr. Gerold Lehner (Ev. Kirche A.B.)

Zunächst einmal ist die Bibel für mich immer wieder eine Herausforderung. Wenn ich die Evangelien lese, oder Paulus, dann werde ich immer wieder auch „gegen den Strich gebürstet“. Vieles von dem, was ich lese, bestätigt mich nicht in dem, wie ich denke und lebe, sondern fordert mich heraus, setzt mich auf eine neue Spur, eröffnet einen neuen Horizont. Insofern ist die Bibel für mich ein Buch, an dem ich immer aufs Neue lerne. Ein Buch der Bildung: weil ich mich an ihm bilde und es mich bildet und formt. Es malt mir Bilder vor Augen, an denen ich mich orientiere, die mich leiten.

Und dann ist die Bibel ein Buch, das immer wieder überrascht. Alte Geschichten in neuen Lebenssituationen und mit neuen Erfahrungen gelesen, erschließen immer wieder auch neue Perspektiven in den Geschichten. Dieses Buch ist tatsächlich nicht auszulesen. Es ist das große Buch der Gottesgeschichte, das meine kleine Lebensgeschichte hineinstellt in eben diesen Horizont. Das ist beglückend und manchmal bestürzend. Das gibt Mut und oft auch Halt. Dieses Buch ist ein Gottesgeschenk für meinen Weg.

Warum ich in der Bibelgesellschaft mitarbeite? Weil ich gefragt worden bin. Und weil ich ein wichtiges Anliegen, das in der Bibelgesellschaft auf so eindrückliche und gute Weise umgesetzt wird, gerne und von Herzen unterstützen möchte.


Brigitte Kohlweg (Altkath.)

Die Bibel - was für ein Buch! Kulturgut und Glaubensbuch, nichts Menschliches ist der Bibel fremd - jeder kann sich darin finden und darf im Vertrauen auf Gott für sich selbst Kraft und Hoffnung aus den Worten der Bibel schöpfen. Der Ausspruch Jesu "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Johannes 14,6) begleitet mich seit meiner Firmung.

Die Bibelgesellschaft trägt dazu bei, dass möglichst viele Menschen zu "ihrer Bibel" kommen - durch Übersetzungsprojekte, die Herstellung und den Verkauf von Bibeln zu einem fairen Preis und durch Bildungsangebote rund um das "Buch der Bücher".


Dkfm. Werner Strnadt (Evang. A.B.)

Seit mehr als 40 Jahren lebe ich in einer Mischehe (evangelisch - katholisch). Für mich als nicht theologisch Ausgebildeten war diese Situation ein Ansporn zur Suche einer gemeinsamen christlichen Basis. Gemeinsam mit meiner Gattin habe ich dieses christliche Fundament in der Bibel gefunden. Als Ergebnis dieser Bemühungen konnten wir unser spirituelles Leben vertiefen und weiter entwickeln. Wertvolle Hilfe in unklaren Situationen und bei offenen Problemen war für mich immer wieder Römer 5,3-5 als Lese- bzw. Meditationshilfe, um das Ziel meiner Tätigkeiten in die richtige Priorität zu bringen. Die Bibel ist somit für mich zum wichtigsten Wegweiser für alle Lebenslagen und -fragen geworden. Eine Basis, von der ich überzeugt bin, dass sie auch vielen anderen Menschen helfen kann. Mein Engagement in der Bibelgesellschaft soll dazu beitragen.


Harald Schwartz (Evang. Methodistische Kirche)

In einer religiös geprägten Familie, in der ich aufgewachsen bin, war die Bibel immer von großer Bedeutung. Es brauchte einige Zeit, bis ich verstand, dass die biblischen Texte nicht nur von einem Teil der Menschheitsgeschichte berichten, sondern dass die Texte unsere menschlichen Verhaltensweisen in einer präzisen Wortwahl wiedergeben. Diese Texte sind nicht von Zeitgeist und Tagesmeinung bestimmt, sondern zeigen uns auf, dass wir auf unserem Lebensweg nicht alleine sind. Viele unserer heutigen Probleme sind nicht neu. Sie sind durch unser Wesen bestimmt, das leider sehr oft nur den eigenen Vorteil sucht. In den Texten der Bibel werden oft Menschen beschrieben, die es mit Gottes Hilfe geschafft haben, ihr Lebensziel zu verändern. Ein Leben, das sich selbst nicht als Mittelpunkt ansieht, sondern das auch für unsere Mitmenschen da ist, ist letztlich erst ein erfülltes Leben.

Die Arbeit der Bibelgesellschaft war für mich immer von großer Bedeutung. Durch die Beziehung und Freundschaft mit dem früheren Direktor Karl Uhl wurde mir schon in der Schulzeit die Arbeit der Bibelgesellschaft näher gebracht. Die Verbreitung der Heiligen Schrift ist das oberste Gebot der Arbeit der Bibelgesellschaft. Die Bibel ist für mich das Buch zum Leben. Daher möchte ich die Arbeit der Bibelgesellschaft aktiv unterstützen.


Pfarrer Dr. Ioan Moga (Rumänisch-Orthodoxe Kirche)

„Wenn du betest, sprichst du mit dem Bräutigam; wenn du (die Bibel) liest, spricht er zu dir.“ Mit diesen Worten druckte im 4. Jh. Hieronymus die innige Verbindung zwischen Gebet und Bibellektüre, zwischen Spiritualität und biblisch verankerter Theologie aus. Diese Worte sind auch für mich richtungsweisend: die tägliche Lektüre der Heiligen Schrift ist für mich unerlässlicher Teil des Dialogs mit Gott, der sowohl für meine Existenz als auch für meine Tätigkeit als Theologe und Priester zentral ist. Bibellektüre ist jedoch ein viel zu schwaches Wort für das, was im Vertiefen der Hl. Schrift geschieht: es ist das lebendige Mysterium des LOGOS, das mir durch eine Fülle von Sinngehalten und Perspektiven begegnet und das mich ständig heraus-fordert und neu-aufrichtet. Denn nur damit kann das „Buch“ Bibel im eigenen und im kirchlichen Leben zu einer „Erfahrung“ werden.

Die Arbeit der Bibelgesellschaft finde ich deshalb wichtig, weil ich der Einsicht bin, dass die heutigen Christen einen großen Nachholbedarf im Bereich einer vertieften Kenntnis und eines ganzheitlichen Verständnisses der Hl. Schrift haben. Auch wenn die Ansätze im Bereich der Offenbarungstheologie (Verhältnis Hl. Schrift und Hl. Tradition) zwischen unterschiedlichen christlichen Traditionen unterschiedlich sind, geht es in erster Linie darum, Raum zu schaffen für das WORT, das zu uns spricht – in allen Lebenslagen. Durch die verschiedenen Initiativen und Projekte der Bibelgesellschaft wird das ermöglicht.


Pastor Dietrich Fischer-Dörl MSc (Baptisten)

Staunen, dass Gott redet!
Martin Buber erzählt von einem jüdischen Reiseprediger, der jedesmal, wenn er beim Vorlesen des Bibeltextes die Worte „und Gott sprach“ las, in Verzückung geriet und zeitweise sogar so ausser sich war, dass er aus dem Raum geführt werden musste. Und ja, was ist eigentlich verkehrt, wenn wir „aus  der Fassung“ geraten bei der Überlegung, dass Gott seine Menschen direkt anredet!?! Wenn es in Exodus 33,11 sogar heißt, dass Gott „wie ein Mann mit seinem Freund“ redet, macht mich das nicht nur sprachlos, sondern es lässt gleichzeitig meine Begeisterung an der Heiligen Schrift immer wieder in die Höhe schnellen.


Die Bibel ist deshalb für mich zwar kein vollkommenes Buch, aber …
… sie ist vollkommen beseelt davon, dass Gott und Menschen wieder in Beziehung treten sollen
… sie ist vollkommen darin, den Weg durch den Glauben ins Leben aufzuzeigen
… sie vermag es vollkommen, uns in die Weisheit Gottes einzuweisen
… durch den Geist Gottes wird ihre Botschaft zur vollkommenen Anrede Gottes an mich.


Meine erste vollständige und eigene Bibel war zum Geburtstag 1975 eine Senfkornbibel in Ziegenleder mit Goldschnitt. Im selben Jahr habe ich zu Silvester als Vers bekommen: „Fürchte Dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ (Offbg 1,17.18). Viel besser konnte schon damals die Bibel mich gar nicht ansprechen auf meinem beginnenden Weg mit ihr.


Mit der Bibelgesellschaft verbinde ich die Geschichte der vielen Kolporteure, die mit Bibeln und Traktaten durch Österreich gezogen sind. Einer von ihnen hat auch die Familie meiner Urgroßeltern zum Glauben geführt. Und weil Bibelverbreitung und christliche Mission für mich zusammen gehören, unterstütze ich mit Freude die Ziele unserer österreichischen Bibelgesellschaft.

Österreichische Bibelgesellschaft

Bibelzentrum beim Museumsquartier,

Breite Gasse 4-8/1, 1070 Wien,

Tel: 01/ 523 82 40, Fax: DW 20

Öffnungszeiten des Bibelzentrums: Montag-Freitag 9.30 - 16.00, Donnerstags bis 20.00 Uhr,
(Gruppen jederzeit
nach Vereinbarung)

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