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Die Bibel – Gottes Wort in den Sprachen der Welt

Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28, 19-20)

Während die Menschen in den Ländern der vom Christentum geprägten Welt zumeist auf eine lange Tradition von Bibelübersetzungen in ihrer Muttersprache zurückblicken konnten, blieb den Missionaren im 19. Jahrhundert nichts anderes übrig, als für ihre Arbeit in Afrika und Asien eigene Übersetzungen anzufertigen. Hatten sie sich erst einmal in mühevoller Arbeit die neue Sprache, für die es in vielen Fällen noch keine Schrift gab, angeeignet, so gingen sie daran, ihre Bibel so gut wie möglich für die einheimische Bevölkerung verständlich zu machen. Historisch gesehen handelt es sich hierbei um Pionierleistungen! Aus heutiger Sicht muss jedoch kritisch angemerkt werden, dass die Missionare als Übersetzungsvorlage zumeist Bibeln in ihrer Herkunftssprache gebrauchten, d. h. sie übersetzten anstelle der hebräischen und griechischen Originaltexte ihre englischen, niederländischen, französischen, spanischen und deutschen Bibelausgaben, deren Eigenarten sie natürlich mitübernahmen. Davon abgesehen waren in diesen Übersetzungen immer wieder Fehler und Missverständnisse anzutreffen, die großteils auf die Unterschiede zwischen den jeweiligen Kulturen zurückzuführen waren: Wie soll man beispiels­weise einen Satz wie „Ich bin das Brot des Lebens (Joh 6, 35).“ für ein Volk übersetzen, das Brot als Nahrungsmittel nicht kennt?

Um derartige Schwierigkeiten auszuschließen, wurden nach dem Zusammenschluss der nationalen Bibelgesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg allgemein gültige Übersetzungskriterien formuliert:

Die Übersetzungen müssen immer unter der Mitwirkung von einheimischen Christen aus dem Urtext vorgenommen werden (Sprachkompetenz, Vertrautheit mit der Kultur).

Die Bibelübersetzungen werden in Zusammenarbeit mit den nationalen Kirchen, die die neue Übertragung verwenden wollen, angefertigt (benutzerorientierte Übersetzungen).

Beim Übersetzungsvorgang selbst werden die Erkenntnisse der Übersetzungs­­­wissenschaft einbezogen (Vermeidung von Beliebigkeit, Übersetzungstätigkeit als „erlernbares Handwerk“).

In diesem Sinne sind heute weltweit ca. 3 000 Bibelübersetzer im Einsatz, unterstützt von Theologen, Linguisten, Anthropologen, Ethnologen und Computerspezialisten. Bisher wurde auf diese Weise die Bibel in 2.527 Sprachen übersetzt! Bei über 6000 Sprachen, die weltweit gesprochen werden, bleibt da noch jede Menge Arbeit.

Neben den Problemen der Übersetzung muss weiters bedacht werden, dass ein Buch mit 5 Millionen Buchstaben nur auf Spezialpapier gedruckt werden kann, das weder so dünn ist, dass die Buchstaben durchscheinen, noch so dick, dass das Buch zu schwer und unhandlich wird; es muss der tropischen Feuchtigkeit ebenso standhalten wie den Ameisen in Afrika. Da vor Ort die Möglichkeiten zur Herstellung von Büchern, die all diese Anforderungen erfüllen, selten gegeben sind, wird die Produktion der Missionsbibeln oft in Hongkong und Korea, wo die Bibelgesellschaft billige und leistungsfähige Druckereien besitzt, vorgenommen. Für den Transport der frisch gedruckten Bibeln zum Zielort werden Bibelbusse, Bibelboote (Sumpfzonen Lateinamerikas, Pazifik) und Bibelflugzeuge (Australien) eingesetzt.

Politisch und religiös bedingte Bibelimportverbote kommen mitunter erschwerend hinzu. Die Verbreitung von Gottes Wort auf diese „moderne“ Art ist heute eine der Hauptaufgaben der Bibelgesellschaften, wozu dringend Spenden­gelder benötigt werden.

Mit der Übersetzung der Bibel in die Sprachen der Welt wird nicht nur dem Missionsauftrag des Matthäusevangeliums entsprochen (Mt 28, 19-20): Bibel­übersetzungen stellen darüber hinaus eine große kulturelle Errungenschaft dar und leisten vor allem in den Entwicklungsländern einen wichtigen Beitrag zur Alphabetisierung.

Österreichische Bibelgesellschaft

Bibelzentrum beim Museumsquartier,

Breite Gasse 4-8/1, 1070 Wien,

Tel: 01/ 523 82 40, Fax: DW 20

Öffnungszeiten des Bibelzentrums: Montag-Freitag 9.30 - 16.00, Donnerstags bis 20.00 Uhr,
(Gruppen jederzeit
nach Vereinbarung)

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